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Digitale Erreichbarkeit - Was sie mit uns macht und wie Sie sich entziehen

Veröffentlicht am 15.02.2021
Digitale Erreichbarkeit - Was sie mit uns macht und wie Sie sich entziehen
Werden Sie als Mitarbeiter in einem Unternehmer auch nach Feierabend und an Wochenenden von Ihren Vorgesetzten telefonisch oder per E-Mail kontaktiert? Das ist ein Nachteil der digitalen Erreichbarkeit. Was die ständige Erreichbarkeit mit Menschen macht, und wie Sie sich wehren beziehungsweise entziehen können, das erfahren Sie hier. 
Die Folgen digitaler Erreichbarkeit 
Einfach abschalten, das können viele Arbeitnehmer heute nicht mehr. Auch nach Feierabend und an Wochenenden rechnen sie damit, von Kollegen oder dem Chef auf unterschiedlichen digitalen Kanälen kontaktiert zu werden. Da kommt ein Anruf, während Sie es sich gerade auf dem Sofa bequem gemacht haben, oder Sie checken Ihre E-Mails, obwohl Sie gerade im Urlaub auf Mallorca sind. Viele Mitarbeiter fühlen sich verpflichtet, auch in ihrer freien Zeit für berufliche Angelegenheiten erreichbar zu sein. 
 
Doch ständige Erreichbarkeit über die normale Arbeitszeit hinaus kann krank machen und stellt ein Risiko für die Work-Life-Balance und für das psychische Befinden von Mitarbeitern dar. So fällt es Betroffenen vor allem schwer richtig abzuschalten. Stattdessen kreisen die Gedanken in der Freizeit und selbst im Urlaub um die Arbeit. Durch die ständige Erreichbarkeit kann die Schlafqualität vermindert werden, es können Kopf- und Rückenschmerzen auftreten, bis schliesslich Erschöpfungszustände und Anzeichen von Burnout einen vorläufigen Schlusspunkt unter die Arbeitsfähigkeit setzen. 
 
Warum Sie sich der digitalen Erreichbarkeit entziehen sollten 
Es gibt gute Gründe, warum in den Arbeitsgesetzen Arbeitszeitregelungen enthalten sind. Doch darauf scheinen sich Mitarbeiter nicht mehr verlassen zu können. Stattdessen verschwimmen durch die digitale Erreichbarkeit die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit. Doch für die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten gibt es gute Gründe. Mitarbeiter müssen ausreichend Zeit haben, sich von der Arbeit zu erholen. Nur wer Erholungspausen hat, kann auch eine gleichbleibend gute Arbeitsleistung erbringen. Wer gestresst und müde ist, wird zwangsläufig Fehler machen, weil die Konzentration nachlässt. Dadurch kann es zu Unfällen oder zu krankheitsbedingten Ausfällen kommen, die letztendlich den Arbeitgeber mehr Zeit und Geld kosten. Viele Vorgesetzte sind sich über die Folgen der digitalen Erreichbarkeit nicht im Klaren. Offensichtlich scheint es diesbezüglich eine unterschiedliche Wahrnehmung zu geben. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich der digitalen Erreichbarkeit entziehen. 
 
Wie Sie sich der digitalen Erreichbarkeit entziehen 
Nicht immer ist es möglich, sich der digitalen Erreichbarkeit einfach so zu entziehen. Deshalb kann es sinnvoll sein, die seitens des Vorgesetzten bestehenden Erwartungen vorab zu klären. Möglicherweise gibt es eine betriebliche Vereinbarung, in der bezüglich der Erreichbarkeit Details enthalten sind. Auch ein klärendes Gespräch kann helfen, Klarheit zu schaffen. Darüber hinaus gibt es weitere Massnahmen, die Ihnen helfen, sich der digitalen Erreichbarkeit zu entziehen. 
  1. Schalten Sie Tablet, Smartphone und PC am Abend bewusst aus. Vermeiden Sie den Standby-Modus, der einen schnellen Zugriff ermöglicht. Stattdessen sollten Sie alle digitalen Geräte vollständig herunterfahren. Das ist eine natürliche Barriere, die Sie daran hindert, die Geräte schnell wieder einzuschalten. 
  2. Digitale Endgeräte haben im Schlafzimmer nichts verloren. Das gilt übrigens auch für einen Fernseher, der die Schlafqualität deutlich reduziert. Wer bis zum Einschlafen Zeit mit dem Laptop, dem Tablet oder Smartphone verbringt, hat grössere Schwierigkeiten einzuschlafen. Körper, Geist und Seele haben aufgrund der fehlenden Entspannungsphase kaum eine Chance herunterzufahren und sich zu beruhigen. 
  3. Sofern Sie Urlaub haben, sollten Sie E-Mails nur ein bis zwei Mal am Tag checken, sofern das unbedingt erforderlich und mit dem Chef so vereinbart ist. Ansonsten sollten Sie sich im Urlaub Entspannung und Erholung gönnen. Das gilt gleichermassen während einer Krankheit. Auch dann muss Arbeit tabu sein. 
  4. Auch private Nachrichten und Anrufe können stressen. Lassen Sie deshalb Ihr Smartphone zuhause, wann immer es möglich ist. Das gilt für den Restaurantbesuch ebenso wie für den Besuch im Theater, im Kino, beim Arzt, beim Einkaufen, beim Shoppen, Sport treiben oder beim Spielen mit Ihren Kindern. 
Schaffen Sie sich Zeiten, in denen Sie frei sind von digitalen Geräten. Sie werden über den Erholungswert staunen und nach einiger Zeit auch nichts mehr vermissen!