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Massnahmen gegen das Januarloch

Veröffentlicht am 04.01.2021
Massnahmen gegen das Januarloch
Ein grosses Problem für Schweizer Unternehmen stellt das Ausbleiben von Einnahmen am Anfang des Jahres dar. Neue Betriebe trifft es oft besonders hart und unerwartet. Damit der Effekt des Januarlochs milder ausfällt, sollten deshalb frühzeitig die verfügbaren Möglichkeiten geprüft werden.
Das Problem
Am Ende eines Jahres, also meist zwischen November und Dezember, explodieren die Kosten regelrecht. Eine gute Auftragslage führt zu umfangreicheren Einkäufen, Überstunden fallen an, ein 13. Gehalt für die Mitarbeitenden oder die grosszügig bemessene Weihnachtsgratifikation wird auf das übliche Gehalt aufgeschlagen. Als wäre das noch nicht genug, flattern auch all die Rechnungen für Versicherungen u. a. ins Haus, die zum 1. Januar zu begleichen sind.
 
Zugleich sorgen die Zahlungsfristen, die Sie Ihren Kunden einräumen, für mehrere Wochen Flaute. Gerade all die Aufträge kurz vor den Feiertagen machen sich dann erst sehr viel später bezahlt. Sind für diesen Zeitraum nicht genug Rücklagen vorhanden, kann es für ein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen eng werden.
 
Die besten Tipps
Um gar nicht erst in eine ernste Situation zu geraten, sollte schon früh eingeschritten werden. Dadurch federn Sie die Folgen des Januarlochs ab oder verhindern es sogar ganz.
 
1) Finanzplan erstellen
Ein gut ausgearbeiteter Finanzplan in Kombination mit dem Liquiditätsplan ist die Säule Ihrer finanziellen Organisation und Planung. Das gilt nicht nur bei der Unternehmensgründung, sondern immer. Dieser lässt sich ganz ohne zusätzliche Software erstellen und wird mit einer schlichten Tabelle realisiert. Investitionen und laufende Kosten werden darin ebenso eingetragen wie zu erwartende Umsätze und Gewinne. Je realistischer die Zahlen sind, desto präziser können Sie Schwankungen und Lücken im Voraus identifizieren und desto besser funktionieren die Gegenmassnahmen.
 
2) Einnahmen generieren
Aufgrund der allgemein schwierigen Lage können spezielle Rabatte und ähnliche Aktionen das Geschäft im Januar beleben. Denn Kosten wollen gerade dann auch Ihre Kunden sparen. Mehr Aufträge heben Ihre Einnahmen dadurch kurzfristig an.
 
3) Ausgaben vertagen
Werfen Sie einen Blick auf die anstehenden bzw. geplanten Ausgaben gegen Jahresende. Während einige unvermeidlich oder von hoher Dringlichkeit sind, finden sich auch immer Posten, die auf einen finanziell entspannten Zeitpunkt gelegt werden können, z. B. das kommende Frühjahr.
 
4) Dienstleister wechseln
Viele Ihrer Dienstleister können Sie jederzeit wechseln. Internet- und Telefonprovider, Energielieferanten, Versicherer u. a. unterbieten sich regelmässig bei den Tarifen. Nutzen Sie dieses Einsparpotential für Ihr Unternehmen und wechseln Sie möglichst regelmässig zu einem günstigeren Anbieter. Damit das einen Effekt auf den Jahresbeginn hat, ist der Herbst die beste Zeit dafür.
 
5) Gehälter verteilen
Wird die Massnahme angemessen mit den Angestellten kommuniziert, können einmalige Boni auf einen späteren Monat verschoben werden. Das 13. Gehalt lässt sich statt mit einem Mal im Dezember auch auf das ganze Jahr verteilen. Während Ihren Mitarbeitenden dadurch keine Verluste entstehen, haben Sie am Jahresende dadurch mit einem erheblichen Kostenfaktor weniger zu kämpfen.
 
6) Rechnungen abgeben
Gehört Ihr Unternehmen zu denjenigen, für die beträchtliche Vorleistungen oder lange Zahlungsfristen normal sind, kann ein Finanzdienstleister durch "Factoring" helfen. Gegen eine Gebühr von ca. 15 % oder mehr, nimmt Ihnen dieser sämtliche Kundenrechnungen ab und bezahlt sie umgehend. Ihre Kunden wiederum zahlen den unveränderten Betrag an das Finanzinstitut. Der dadurch regelmässige Fluss an Einnahmen ist zwar nicht ganz billig, verhindert dafür gefährliche Engpässe durch lange Zahlungsfristen.
 
7) Attraktive Zahlungsmodalitäten
Damit Ihre Kunden motiviert sind, zeitnah ihre Rechnungen zu bezahlen, können Preisnachlässe nützlich sein. Skonti für die Begleichung innerhalb von z. B. 3 oder 7 Tagen können eine gute Lösung dafür sein.
 
8) Zahlungsbedingungen bei Lieferanten
Mit den eigenen Zulieferern lassen sich nicht selten für Sie bessere Konditionen aushandeln. Schliesslich wäscht eine Hand die andere. Die Chancen dafür sind umso grösser, wenn der Geschäftspartner selbst kaum vom Januarloch betroffen ist.
 
9) Leasing
Grössere Investitionen für neue Räumlichkeiten, Maschinen u. ä. belasten die Finanzen auf einen Schlag erheblich. Leasing kann deshalb eine Option sein, um aus der hohen Einmalzahlung kalkulierbare, laufende Kosten zu machen.
 
10) Bankkredit
Für den Notfall ist ein möglichst hohes Limit für Kontoüberziehungen hilfreich. Aufgrund der hohen Kosten sollte dieses jedoch nur im Notfall in Anspruch genommen werden.