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Die Bedeutung der Körpersprache im Bewerbungsgespräch

Veröffentlicht am 30.11.2020
Die Bedeutung der Körpersprache im Bewerbungsgespräch
Auch wenn wir nicht immer sagen, was wir denken. Es ist unsere Körpersprache, die unsere Gedanken verrät, auch wenn wir schweigen. Diese Aussagekraft ist nicht zu unterschätzen. Das gilt auch für das Vorstellungsgespräch, bei dem die Selbstpräsentation von Mimik und Gestik unterstützt wird. Welche Signale Bewerber aussenden, was Personalern negativ auffällt und wie Sie Ihre Körpersprache im Bewerbungsgespräch verbessern können, das erfahren Sie hier.
Körpersprache: Worauf Personaler achten
Personaler achten auf den ersten Eindruck und die Körpersprache im Vorstellungsgespräch. Entscheidend ist, dass das, was Sie als Bewerber sagen, auch zu Ihrer Körperhaltung und Ihrer Körpersprache passt. Das bedeutet, dass Personaler sehr schnell erkennen, ob Sie Verhaltensweisen gezielt antrainiert haben. Erst wenn sich nonverbale Signale, Ihr Verhalten bei der Begrüssung und während des Gesprächs, Ihre Körperhaltung und Ihre Kleidung zu einem harmonischen Bild zusammenfügen, strahlen Sie nach aussen Glaubwürdigkeit und Authentizität aus, was bei einer Bewerbung nicht nur eine Rolle, sondern die entscheidende Rolle spielt.
 
Der sogenannte Horn-Effekt als K.O.-Kriterium im Vorstellungsgespräch
Bevor wir uns der Körpersprache im Bewerbungsgespräch zuwenden, sollten Sie den sogenannten Horn-Effekt kennenlernen. Er beschreibt ein psychologisches Phänomen, bei dem eine einzige negative Eigenschaft des Bewerbers ausreicht, um viele positive Eigenschaften zu überstrahlen. So können ein einziges falsches Wort, Mundgeruch oder sonstige unangenehmen Körpergerüche ausreichen, um die ganze Bewerbung zu kippen. Diese einzelne negative Eigenschaft wirkt so dominant, dass alle anderen, wenn auch positiven Eigenschaften und Verhaltensweisen in Vergessenheit geraten. Kommt es zu einer solchen Situation im Vorstellungsgespräch, ist der Bewerbungsprozess abgeschlossen. Sie haben keine Chance mehr. Deshalb sollten Sie als Bewerber mögliche Makel im Vorfeld ausschliessen, auch wenn es sich um Nebensächlichkeiten handelt.
 
Körpersprache im Vorstellungsgespräch: Welche Gesten negativ auffallen
Es gibt bestimmte Formen von Körpersprache, die Personalern negativ auffallen. Das gilt für die Körperhaltung, für Mimik und Gestik sowie für bestimmte Verhaltensweisen gleichermassen, mit denen sich potenzielle Kandidaten ins Aus befördern können. Handlungen, die aufgrund von Nervosität bedingt sind, fallen hingegen nicht ins Gewicht.
 
Diese Verhaltensweisen im Bewerbungsgespräch fallen negativ auf:
  • Fortdauerndes Fummeln und Nesteln an den Haaren, an der Kleidung oder mit den Fingern: Diese Verhaltensweisen offenbaren Nervosität, aber auch Langeweile und Desinteresse
  • Sich wiederholt mit den Fingern ins Gesicht fassen: Das deutet auf Unsicherheit und Irritation hin, kann aber auch Lügen offenbaren
  • Ein fehlender Blickkontakt: Das ist ein Indiz für fehlende Konzentration und Gleichgültigkeit, aber auch für fehlende Offenheit und schlimmstenfalls für Lügen
  • Eine schlaffe Körperhaltung: Sie drückt aus, dass sich der Bewerber nicht für den Job engagiert, sondern dass ihm die gesamte Situation gleichgültig ist
  • Verschränkte Arme: Sie signalisieren Verschlossenheit und Distanz und schlimmstenfalls auch Ablehnung und Distanz
  • Sich mehrmals an den Hals fassen: Das ist ein eindeutiges Indiz für Zweifel und Unwohlsein und deutet darauf hin, dass dem Bewerber die Situation oder eine Frage unangenehm sind
  • Wiederholtes Kratzen am Kopf: Damit signalisieren Bewerber Ratlosigkeit bis hin zur Verzweiflung, wenn es um die Beantwortung der vom Personaler gestellten Fragen geht
  • Übertriebene Mimik und Gestik, zum Beispiel ausschweifende Handbewegungen, signalisieren Selbstüberschätzung und Ichbezogenheit
  • Mit den Fingern trommeln: Das ist eine Verhaltensweise, die Nervosität und Ungeduld ausdrückt und die auch als Provokation gedeutet werden kann
  • Auf die Uhr schauen: Der wiederholte Blick auf die Uhr offenbart Langeweile und Desinteresse am Job, aber auch eine ablehnende Haltung
  • Versteckte Hände: Wer als Bewerber seine Hände unter dem Gesäss oder unter dem Tisch versteckt, dem mangelt es nach Auffassung von Personalern an Ehrlichkeit
Als Bewerber könnten Sie jetzt auf die Idee kommen, dass es wohl am besten ist, im Vorstellungsgespräch keinerlei Gefühlsregungen zu zeigen und gänzlich auf Mimik und Gestik zu verzichten. Das sollten Sie jedoch nicht tun! Denn die fortdauernde Selbstbeherrschung in Bezug auf die Körpersprache und die Körperhaltung wird Ihre gesamte Konzentration fordern und überdies Kraft kosten, die Ihnen bei der Beantwortung der Fragen fehlt. Diese coole Fassade wird Sie auch deshalb nicht weiter bringen, weil Personaler das natürlich durchschauen. Und wer beim Vorstellungsgespräch keinerlei Regungen zeigt, wird eine Bewerbungsabsage erhalten.