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Siezen oder Duzen - was kommt im Büro besser an?

Veröffentlicht am 25.06.2020
Siezen oder Duzen - was kommt im Büro besser an?
Im Berufsleben ist es oft nicht einfach, zu entscheiden, wann der Moment gekommen scheint, um jemandem ein "Du" anzubieten. Damit Sie derartige Situationen stilsicher bewältigen können, hat dieser Beitrag einige nützliche Ratschläge für die Anwendung der privaten Anrede im Beruf zusammengetragen.  
Welche Regeln gelten beim "Du"? 
Prinzipiell gilt, dass der Ranghöhere dem Rangniedrigen, also der Vorgesetzte dem Mitarbeiter, die private Anrede anbietet. Innerhalb der gleichen Hierarchieebene schlägt der (Dienst)-Ältere dem (Dienst)-Jüngeren das "Du" vor. Allerdings existiert eine geschlechtsspezifische Ausnahme von dieser Regel. Eine jüngere Frau darf einem wesentlich älteren Mann das "Du" anbieten. Allerdings nur dann, wenn der Betreffende nicht gesellschaftlich oder beruflich wesentlich höher gestellt ist, als sie. 
 
Achten Sie beim Anbieten des "Du" stets darauf, wie Ihr Gegenüber reagiert und geben Sie ihm stets die Möglichkeit einer Ablehnung. Schließlich kann diese Entscheidung durchaus nachvollziehbare Gründe haben. Sind Sie selbst in der Situation, ein angebotenes "Du" ablehnen zu wollen, gehen Sie dabei höflich und diplomatisch vor. Liefern Sie dem anderen sachliche Gründe für Ihre Haltung, die mit der persönlichen Ebene nichts zu tun haben. 
 
Das Duzen als Teil der Firmenkultur 
Immer mehr Unternehmen entscheiden sich heute für ein generelles und seitens der Firma auch organisiertes und gefördertes "Du" innerhalb der Belegschaft. Beim Möbelriesen IKEA beispielsweise gehört die private Anrede nicht nur unter Kollegen und Vorgesetzten, sondern auch gegenüber Kunden schon seit jeher zur Unternehmenskultur. Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Neuling bereits am ersten Bürotag kommentarlos zum "Du" übergehen kann, denn zu Beginn sollte im Betrieb eine höfliche Distanz stets das oberste Gebot sein. Meist gibt es in einer privat orientierten Firmenkultur für das kollegiale Miteinander denn auch einen konkreten Startschuss, eine Art "Aufnahmefeier", bei der dem neuen Kollegen dann von der Belegschaft feierlich das "Du" angeboten wird. Eine Annahme ist in diesem Fall allerdings Pflicht. 
 
Das "Du" im geschäftlichen Umgang mit Kunden 
Bei Geschäftskontakten ist die private Anrede vor allem für ältere Firmenchefs oft ein heikles Thema. Aber auch hier können - trotz nachvollziehbarer Gewöhnungsbedürftigkeit - die Vorteile überwiegen. Schliesslich werden durch die private Anrede Barrieren abgebaut und das Gefühl eines ehrlichen und offenen Miteinander stellt sich auch dann ein, wenn es geschäftlich bzw. auf der Sachebene nicht so optimal läuft. Jedenfalls gibt es auch im Geschäftsleben diesbezüglich einen eindeutigen Knigge: Der Kunde bietet dem Dienstleister das "Du" an, niemals umgekehrt! Alter, Dienstjahre oder Geschlecht spielen dabei keine Rolle.