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Warum Isolation Stress erzeugt

Veröffentlicht am 25.05.2020
Warum Isolation Stress erzeugt
Ist es nicht das, wonach sich manche gesehnt haben? Zuhause bleiben in den eigenen vier Wänden, sich die Zeit nach eigenen Vorstellungen einteilen, und die herrliche Ruhe genießen? Tatsächlich entpuppt sich die Zeit der Isolation als große Herausforderung, die Körper, Geist und Seele aus dem Takt zu bringen droht. Warum das so ist - die Antwort erhalten Sie hier. 
Was Lagerkoller mit uns macht 
 
Um zu verstehen, warum unser Körper aufgrund der Isolation in Stress gerät, ist es wichtig danach zu schauen, was der uns auferlegte soziale Kontaktabbruch und der dadurch entstehende Lagerkoller mit uns machen. Menschen sind soziale Wesen. Damit geht ein Bedürfnis nach Zugehörigkeit, nach Verbundenheit und sozialer Sicherheit einher. Tatsächlich gehört dazu auch das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Leben zu haben. Geraten diese Bedürfnisse ins Wanken, kann dadurch Unsicherheit ausgelöst werden. Diese Unsicherheit wird dadurch bekräftigt, dass das Corona Virus nicht ausreichend erforscht ist und dass die Übertragungsmöglichkeiten sowie die gesundheitlichen Folgen nicht umfassend geklärt sind. Stress auslösend ist auch das Verhalten der Politik, die zu lange eindeutige Statements und insbesondere kompetentes, staatsmännisches und überlegtes Handeln hat vermissen lassen und bis heute vermissen lässt.  
 
Vom Umgang mit Stresssituationen 
 
Menschen gehen mit dieser Unsicherheit auf unterschiedliche Weise um. Das ist einmal von der psychischen Stabilität eines Menschen abhängig, aber auch von seiner Fähigkeit, mit Konflikten umzugehen. Insoweit spielen Erfahrungswerte aus dem bisherigen Leben eine wichtige Rolle. Wer selten allein ist oder wer Konflikten gerne aus dem Weg geht, läuft eher Gefahr, in Stress zu geraten als Menschen, die Konflikte angehen und nach Lösungen suchen oder die das Alleinsein gewöhnt sind. Und so kann es schlimmstenfalls passieren, dass Menschen aufgrund der Isolation nicht nur unter Stress geraten, sondern mit dem Alleinsein schlicht und einfach nicht fertigwerden. Deshalb ist es wichtig, sich dieser Situation zu stellen. Wer nicht gerne allein ist, sollte über die digitalen Medien und das Telefon versuchen, die sozialen Kontakte zumindest zu halten. Wichtig ist der Austausch mit anderen, der das Gefühl vermittelt, gesellschaftlich eingebettet zu sein. Das gilt übrigens auch für den Kontakt zu Kollegen, der nicht nur die Arbeit im Homeoffice begünstigt, sondern auch das Zusammengehörigkeitsgefühl intensiviert.  
 
 
 
 
Die Ruhe geniessen 
 
Tatsächlich ist es eine Kunst, Ruhe zu geniessen - Ruhe vor sich selbst und vor anderen zu finden. Denn das bedeutet nicht nur, Türe zu, sondern auch Smartphone, Tablet, PC und den Fernseher auszuschalten. Neurophysiologisch befindet sich ein Mensch im Ruhezustand, wenn die Hirnsysteme heruntergefahren werden. Dann ist der Kopf frei von willentlicher Anspannung, sodass er ausreichend Raum hat für Gedankenspiele, die nicht zielführend sind, sondern einfach nur dahingleiten. Es gibt Gründe, warum es so schwerfällt, innerlich zur Ruhe zu kommen. Machen wollen, haben wollen und dann auch noch bekommen - diese Willenstriebe erzeugen Hunger nach Aktion und beschreiben den Weg zum (scheinbaren) Glück in heutiger Zeit. Menschen sind soziale Wesen, die infolge von Einsamkeit in eine grösstmögliche Unruhe versetzt werden. Insoweit ist es nicht notwendig, dass sich Menschen absondern müssen, um Ruhe zu finden. Stattdessen ist es möglich Ruhe zu finden, wenn man in Beziehungen mit und zu anderen Menschen gut aufgehoben ist.