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Unsere Augen im digitalen Zeitalter

Veröffentlicht am 15.05.2019
Unsere Augen im digitalen Zeitalter
Leiden unsere Augen unter Digitalisierung und Naharbeit?
Die Hälfte der Menschheit wird um das Jahr 2050 herum kurzsichtig sein, vor allem in den reichen, industrialisierten Ländern Asiens, Nordamerikas und Europas. Diese Aussage ist nicht im übertragenen Sinne gemeint - also etwa politisch oder intellektuell - sondern das Ergebnis einer Studie der Universität New South Wales. Es geht um unsere Augen, die immer schlechter werden. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung stellen sich nicht wenige Experten die Frage, ob für die wachsende Kurzsichtigkeit (Myopie) die Arbeit und Freizeitbeschäftigung am Computer, Smartphone, Tablet & Co. in großem Maße mitverantwortlich sind.

Die Digitalisierung dominiert Arbeit und Freizeit
Digitale Geräte und Medien gehören heute zu unserem Alltagsleben wie die Luft zum Atmen. Wir arbeiten an Bildschirmen, wir unternehmen zahlreiche Freizeitaktivitäten nur noch mit dem Smartphone oder dem Tablet. Chatten, Filme schauen, spielen, Social Media Kanäle pflegen, online einkaufen: Das sind alles Dinge, die wir ganz selbstverständlich über ein mehr oder weniger großes Display erledigen, das sich ziemlich nah vor unseren Augen befindet.

Der Platzhirsch unter den digitalen Endgeräten ist ganz klar das Smartphone. Seit das erste smarte Telefon auf den Markt kam, hat es sich mit rasender Geschwindigkeit in allen Altersgruppen und sozialen Schichten ausgebreitet. Ironischerweise wird es zum Telefonieren am Allerwenigsten genutzt, sondern hauptsächlich für die genannten Aktivitäten.

Betroffen sind vor allem junge Menschen
Für eine Erkrankung an Myopie sind zu rund 50 % unsere Gene verantwortlich. Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass durch den digital geprägten Alltag unsere Augen mehr leiden müssen, als das früher der Fall war. Denn da wir während der Arbeit und der Freizeit dauernd vor einem Bildschirm sitzen, was sehr häufig noch mit einem Mangel an natürlichem Tageslicht verbunden ist, müssen unsere Augen Höchstleistungen vollbringen.

Kurzsichtigkeit wird in zunehmendem Maße bei den so genannten Digital Natives registriert. Allein in Europa ist rund die Hälfte der 25- bis 29-Jährigen betroffen, gefolgt von den 35- bis 44-Jährigen als zweitgrößter Gruppe. Fachleute glauben, darin einen weltweiten Trend zu erkennen, der sich in Zukunft noch weiter steigern wird.

Wenn man bedenkt, dass die Entwicklung des menschlichen Auges ungefähr bis zum 30. Lebensjahr dauert, und gleichzeitig sieht, wie früh Kinder heute bereits mit Bildschirmen konfrontiert werden, sind Bedenken durchaus angebracht. Denn Kurzsichtigkeit - erst einmal ausgebrochen - lässt sich nicht kurieren und dauert das ganze Leben lang an.

Mehr Kurzsichtigkeit durch Digitalisierung?
Personen, die an Myopie erkranken, können weit entfernte Objekte nur unscharf wahrnehmen. Das liegt daran, dass der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen vor der Netzhaut liegt und nicht auf ihr. Entfernte Dinge sind nicht klar erkennbar, sondern nur nahe Objekte.

Mediziner sprechen von drei Faktoren, die Kurzsichtigkeit hervorrufen. Die hauptverantwortliche genetische Veranlagung wurde bereits erwähnt. Die beiden anderen Faktoren sind künstlicher Art, nämlich die Naharbeit vor Bildschirmen und der Tageslichtmangel. Bei Menschen, die in Büros arbeiten und viel Zeit zu Hause verbringen, wirken die beiden letzten Einflüsse besonders schwer.


Gibt es Schutz für die Augen?
Derzeit gibt es nur wenige Möglichkeiten, sich gegen Myopie zu schützen. Regelmäßige Sehtests, am besten bereits in jungen Jahren begonnen, können für eine rechtzeitige Erkennung sorgen, so dass man vielleicht durch Verhaltensänderungen gegensteuern kann. Mittlerweile gibt es auch Brillen am Markt, die das besonders schädliche blau-violette Licht aus dem Lichtspektrum herausfiltern.
Quelle: http://www.misterspex.ch/unsere-augen-im-digitalen-zeitalter