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Lohnverhandlungen 2023 in der Schweiz: Die Argumentation der Sozialpartner

Veröffentlicht am 24.11.2022 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Steigende Lebenshaltungskosten, bedingt durch die Inflation, höhere Energie- und Rohstoffpreise, Nachwirkungen der Pandemie - das sind die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, denen nicht nur die Schweiz ausgesetzt ist. Kein Wunder, dass die Gewerkschaften - lauter als sonst - nach kräftigen Lohnerhöhungen rufen. Wie die Arbeitgeber dazu stehen, und was Sie persönlich tun können, um mehr Lohn zu bekommen - das erfahren Sie hier.
Gewerkschaften fordern 4 bis 5 Prozent mehr Lohn

Die Forderung der Gewerkschafter nach höheren Löhnen verwundert angesichts steigender Preise, höherer Rohstoff- und Energiekosten und einer anhaltenden Lohnstagnation in den vergangenen Jahren nicht. Überraschend ist indes die Forderung nach 4 bis 5 Prozent Lohnerhöhung, die für Schweizer Verhältnisse doch sehr hoch, die jedoch mit guten Argumenten abgefedert ist.

Die vergleichsweise hohe Teuerung der Lebenshaltungskosten sowie der Rohstoff- und Energiekosten ruft geradezu nach einem hohen Teuerungsausgleich. So kommt die Forderung nach einem Lohnwachstum von durchschnittlich 4 bis 5 Prozent zustande, das nicht nur vom Gewerkschaftsbund, sondern auch von der Gewerkschaft Travail Suisse für diverse Branchen gefordert wird.

Lohnerhöhungen aus Sicht der Arbeitgeber

Auch die Arbeitgeber sind nicht um gute Argumente verlegen, wenn es darum geht, die Lohnforderungen der Gewerkschaften zu deckeln. Ein solches Argument ist, dass die hohe Teuerung getrieben wird durch die Energieimporte, was wiederum die Margen der Firmen unter Druck bringt. Um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern, wird die Nationalbank die Zinsen weiter erhöhen. Dadurch wird das aktuelle Wirtschaftswachstum gebremst.

Weitere Unsicherheitsfaktoren sind der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Energiefrage. Ausserdem ist davon auszugehen, dass Europa in eine Rezession rutscht. Das sind die Argumente der Arbeitgeberseite, die ebenso schwer wiegen wie die der Arbeitnehmerseite. Insoweit ist davon auszugehen, dass die Lohnverhandlungen 2023 in der Schweiz von beiden Sozialpartnern intensiv geführt werden.

Erfolgreich Lohnverhandlungen führen - 3 Tipps

Sie müssen nicht auf die Verhandlungsergebnisse der Sozialpartner warten. Möglicherweise haben Sie einen guten und individuellen Grund, Ihren Arbeitgeber um mehr Lohn zu bitten. Wie Sie sich auf Lohnverhandlungen vorbereiten, und mit welchen Argumenten Sie verhandeln, erfahren Sie in diesen 3 Tipps:
  1. Ein Arbeitgeber wird den Lohn nur dann erhöhen, wenn er darin einen Nutzen sieht, wenn Sie also dem Unternehmen einen Mehrwert bieten, zum Beispiel die Vermittlung eines wertvollen Kontaktes, den erfolgreichen Abschluss eines Projektes oder Mehrarbeit durch Krankheits- und Urlaubsvertretung.
     
  2. Notieren Sie Ihre Argumente, und bringen Sie diese in die richtige Reihefolge. Suchen Sie sich einen Sparring-Partner oder setzen Sie sich vor einen Spiegel, um das Gespräch zu trainieren.
     
  3. Bevor Sie in Lohnverhandlungen gehen, brauchen Sie ein Ziel. Das erklärte Ziel ist eine Lohnerhöhung. Sie sollten also in der Lage sein, eine konkrete und vor allem realistische Zahl klar zu benennen.

Manchmal hilft ein psychologischer Trick, wenn Sie zum Beispiel anstelle des Wortes "Lohnerhöhung" den Begriff "Lohnanpassung" verwenden.