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Wichteln am Arbeitsplatz: vorweihnachtlicher Brauch mit Tücken

Veröffentlicht am 22.11.2021
Wichteln am Arbeitsplatz: vorweihnachtlicher Brauch mit Tücken
Das Wichteln im Büro hat in vielen Unternehmen Tradition. Der Reiz des aus Schweden stammenden Brauchs besteht darin, dass Beschenkte nicht weiss, wer der Schenker ist. Damit der Geschenke-Austausch zu einem Erfolg wird, gilt es jedoch, einige Dos und Don'ts zu beachten. 
Warum wird im Büro gewichtelt? 
Das gegenseitige Beschenken im Büro macht nicht nur viel Spass, es ist auch gut für das Zusammengehörigkeitsgefühl. Vor der eigentlichen Aktion gilt es, Geschenk-Optionen und die mögliche Preisspanne zu besprechen und sich auf eine Wichtel-Variante zu einigen. Das fördert die Kommunikation. Zudem bietet das Wichteln Gelegenheit, die Kollegen besser und von einer völlig anderen Seite kennenzulernen, was wiederum das Miteinander stärkt. Hinzu kommt, dass beim Wichteln alle Teilnehmenden gleichgestellt sind, unabhängig vom beruflichen Status und gegebenenfalls bestehenden Cliquen. Jeder bringt ein Präsent mit und erhält eines im Gegenzug. 
 
Welche Wichtel-Varianten gibt es? 
Wichteln ist nicht gleich Wichteln. Im Laufe der Jahre haben sich ganz verschiedene Spielarten etabliert. Wie wäre es beispielsweise mit einer der folgenden? 
 
Loswichteln 
Hierbei handelt es sich um die wohl bekannteste Art des Wichtelns. Die Namen aller Kollegen werden auf Zettel geschrieben und diese in einen Topf oder einen kleinen Sack geworfen. Anschliessend folgt die Auslosung. Jeder beschenkt denjenigen, dessen Namen er gezogen hat. Diese Variante eignet sich besonders gut für das Büro, weil sie im Gegensatz zu anderen Spielarten relativ wenig Zeit kostet. 
 
Blindwichteln 
Jeder Teilnehmer bringt ein anonym verpacktes Präsent mit und gibt es in einen grossen Sack. Anschliessend darf jeder Kollege ein Wichtelgeschenk herausgreifen. Tückisch an dieser Variante ist die schwierige Geschenkeauswahl, die geschlechtsneutral sowie völlig unabhängig von Interessen, Geschmäckern und Hobbys erfolgen sollte. Ausserdem besteht immer die Gefahr, dass Sie Ihr eigenes Geschenk aus dem Sack ziehen. 
 
Räuberwichteln 
Alle Wichtel legen ihre Präsente auf einen Tisch. Anschliessend darf sich der Jüngste oder Älteste ein Geschenk aussuchen. Dann folgt der Zweitjüngste bzw. Zweitälteste und immer so weiter. Jeder hat die Wahl, ob er ein Geschenk vom Tisch nimmt oder lieber eines seiner Vorgänger stibitzt. War jeder einmal an der Reihe, beginnt der Jüngste oder Älteste ohne Präsent. Das geht so lange, bis der Tisch leer ist. Bei dieser Spielart ist Vorsicht geboten, da sie ein gewisses Konfliktpotenzial birgt. 
 
Schrottwichteln 
Bei dieser Variante geht es vor allem um den Spass. Jeder Teilnehmer wählt als Geschenk einen Gegenstand, den er schon lange loswerden wollte. Alles ist erlaubt, so lange es die Grenzen des guten Geschmacks nicht sprengt. Dabei können die skurrilsten Dinge zum Vorschein kommen, angefangen von unpraktischen Küchengeräten über alte CDs bis hin zur hässlichen Blumenvase von Tante Lotti, die seit zig Jahren auf dem Dachboden vor sich hin staubt. 
 
Wie lassen sich Enttäuschungen und Missverständnisse vermeiden? 
Beim Wichteln gelten gewisse Spielregeln. Diese sollten Sie unbedingt beachten, damit die Magie Brauchs erhalten bleibt und jeder Spass daran hat. Je nach Wichtel-Variante kommen natürlich unterschiedliche Regeln zum Tragen. Die folgenden Punkte sind jedoch bei allen Spielarten gleich wichtig: 
 
1. Vereinbaren Sie feste Rahmenbedingungen 
Legen Sie ein Budget für die Geschenke fest. Fehlende finanzielle Vorgaben können die Stimmung schnell kippen lassen. Üblich ist eine Preisspanne von fünf bis zehn Euro. 
 
2. Definieren Sie Don'ts 
Geschenke dürfen durchaus witzig sein, sollten den Beschenkten jedoch nie lächerlich machen. Wenn Sie beim Loswichteln den Namen eines Kollegen gezogen haben, den Sie nicht mögen, rechtfertigt das noch lange kein Rachepräsent. Übrigens ist es auch ein Don't, die zugeloste Person mit einem anderen Kollegen zu tauschen. 
 
3. Seien Sie kein Spielverderber 
Auch wenn Sie dem Wichteln nicht viel abgewinnen können: Geben Sie sich einen Ruck und machen Sie mit. Wollen Sie absolut nicht teilnehmen, kommunizieren Sie das rechtzeitig und nicht erst, wenn das Zettelchen mit Ihrem Namen bereits im Lostopf liegt. 
 
4. Senden Sie keine versteckten Botschaften 
Achten Sie bei der Auswahl des Geschenks darauf, dass es keine versteckte Botschaft enthält. Parfüm könnte als Hinweis verstanden werden, dass jemand nicht gut riecht. Eine Flasche Duschgel wird im ungünstigsten Fall als Anspielung auf mangelnde Körperpflege ausgelegt. Ein Diätbuch für einen etwas korpulenten Kollegen ist ebenso ein No-Go wie Dessous für die hübsche Sekretärin. 
 
5. Echte Wichtel schenken anonym 
Sie haben keine Idee, womit Sie Ihrem Wichtel-Kandidaten eine Freude machen können? Achten Sie darauf, welche Kollegen Sie fragen, was passen könnte. Nicht jeder nimmt es mit der Heimlichkeit so genau und die Überraschung könnte Ihnen schnell verdorben werden.