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Nichts zu tun am Arbeitsplatz - was nun?

Veröffentlicht am 13.09.2021
Nichts zu tun am Arbeitsplatz - was nun?
Rechtzeitig Feierabend machen, während der Arbeitszeit eine Tasse Kaffee oder Tee in Ruhe geniessen oder einfach mal die Seele baumeln lassen - was zunächst gut klingt kann auf Dauer zu einer Belastung werden. Denn Langeweile am Arbeitsplatz kann dieselben negativen Folgen nach sich ziehen wie fortdauernder Stress. Was sind die Gründe für Nichtstun am Arbeitsplatz, und welche Massnahmen Sie als Lösung ergreifen können - wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.
Gründe für Langeweile bei der Arbeit 
Nichts am Arbeitsplatz zu tun zu haben, ist nicht nur langweilig. Auf Dauer ist es zermürbend und kann sich in Folge zu einer persönlichen Krise entwickeln. Und so gibt es - im Gegensatz zu einem Burnout-Syndrom bei Überlastung - das sogenannte Boreout-Syndrom, das den Zustand von Unterforderung im Berufsleben beschreibt. Beruflich bedingte Langeweile kann verschiedene Ursachen haben:
 
1. Zu wenig beziehungsweise keine neuen Aufgaben: Ist Ihr Schreibtisch deshalb sinnbildlich leer, weil Ihnen keine, zu wenig oder keine neuen Aufgaben zugeteilt werden? Dafür kann es mehrere Gründe geben. Manchmal schrumpft das Arbeitsvolumen aufgrund der Digitalisierung oder Automatisierung. Auch eine veränderte Auftragslage, saisonal oder wirtschaftlich bedingt, kann ein Grund für unfreiwilliges Nichtstun sein. Manchmal werden Aufgaben nicht weitergegeben. Das kann absichtslos oder auch absichtlich sein, wenn beispielsweise Ihr Chef Sie loswerden möchte und Sie mobbt.
 
2. Unterforderung: Ein häufiger Grund für Unterforderung ist eine gute Qualifikation, die dazu führt, dass Mitarbeiter die an Sie herangetragenen Aufgaben sehr schnell erledigen. Tatsächlich ist es Aufgabe der Personalabteilung beziehungsweise der Führungskräfte, Stellen mit passendem Personal zu besetzen. Schlimm genug, dass manche Arbeitgeber von Überqualifizierung sprechen und nicht in der Lage sind, gut qualifiziertes Personal für die Firmenbelange zu nutzen.
 
3. Monotonie und Sinnlosigkeit: Es ist nicht jedermanns Sache, jeden Tag das Gleiche zu tun. Bleiben berufliche Herausforderungen aus, wird die Arbeit schnell monoton. Und nicht nur das. Es stellt sich auch die Frage nach dem Sinn. Denn wer beim Arbeiten kaum noch Nachdenken muss, wird sehr bald abstumpfen, sodass früher oder später die Arbeitsleistung und die Qualität der Arbeit sinken. Gleichzeitig verliert die Arbeit an Sinnhaftigkeit, weil Sie sich nicht mehr mit Ihrer Tätigkeit identifizieren können.
 
4. Eingeschränkter Handlungsspielraum: Es gibt unterschiedliche Typen von Mitarbeitern. Diejenigen, die engagiert und auch eigenverantwortlich arbeiten, übernehmen gerne Verantwortung. Wird ihnen der dafür notwendige Handlungsspielraum nicht gewährt, kann das leicht zu Verdruss führen und dazu, dass die Arbeit sehr schnell erledigt und langweilig wird.
 
Die Folgen des Nichtstuns am Arbeitsplatz 
Die Folgen des Nichtstuns am Arbeitsplatz sind immens, denn sie lösen eine Kettenreaktion aus. Was zunächst mit fehlender Motivation und Langeweile beginnt, kann sich zu einer ernsthaften Krise ausweiten. Körperliche Anzeichen können Kopfschmerzen, Erschöpfung und Antriebslosigkeit sein. Auch Stimmungsschwankungen, Unzufriedenheit, Schlafstörungen und Ohnmachtsgefühle können auftreten und schlimmstenfalls eine Depression. Die Denkleistung und die Konzentrationsfähigkeit des Mitarbeiters lassen nach, sein Selbstvertrauen sinkt aufgrund fehlender Erfolgserlebnisse. Infolgedessen kommt es zu Unsicherheit und damit zu Fehlern. Die Kreativität geht verloren, während die Anspannung steigt. Kommt es zu diesen Symptomen, wird es Zeit, über mögliche Konsequenzen und Lösungen nachzudenken.
 
Langeweile im Job: Lösungen und Konsequenzen 
Wenn Sie auf der Arbeit nichts zu tun haben, sollten Sie die Pause zunächst nutzen, um Ihre Situation zu analysieren. Dazu gehört, dass Sie die Gründe für Ihre Situation reflektieren und sich überlegen, wie Sie die Situation verändern können. Sich darauf zu verlassen, dass sich das Problem von allein in Luft auflösen wird, ist keine gute Option. Stattdessen sollten Sie nicht zu lange warten und die Zügel selbst in die Hand nehmen. Welche Lösungen es gibt, und welche Konsequenzen Sie ziehen können, ist abhängig von den Gründen für das Nichtstun.
 
Mögliche Lösungen und Konsequenzen sind:
 
  • Möglicherweise können Sie einen zeitlich bedingten Leerlauf dazu nutzen, sich online fortzubilden. Das bedarf jedoch der Zustimmung Ihres Arbeitgebers beziehungsweise Vorgesetzten.
  • Vielleicht herrscht in einer anderen Abteilung personeller Notstand, sodass Sie in Absprache mit Ihrem Vorgesetzten dort stundenweise eingesetzt werden können.
  • Handelt es sich bei der Flaute um einen dauerhaften Zustand, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Chef suchen. Berichten Sie sachlich über die aktuelle Situation und fragen Sie zunächst, ob es Alternativen gibt. Vielleicht ein Jobwechsel innerhalb des Unternehmens, die Beteiligung an neuen Projekten oder eine Änderung Ihres Arbeitsbereiches. Erst wenn Ihr Chef keine Antwort weiss und sich offen für Vorschläge zeigt, können Sie eigene Ideen vortragen, die Sie vorab sorgfältig überlegt und geplant haben.
  • Erst wenn keine Lösung des Problems in Sicht ist, weil sich die Parteien nicht flexibel zeigen, oder weil Sie bewusst durch den Entzug von Aufgaben gemobbt werden, sollten Sie über einen Jobwechsel nachdenken. Kündigen sie jedoch erst, wenn Sie einen neuen Job haben oder sich gegebenenfalls selbstständig machen möchten und alle Vorbereitungen getroffen sind. 
Wichtig ist, dass Sie bei zu wenig Arbeit immer auch die rechtlichen Aspekte im Blick haben, gegebenenfalls eine Mobbing-Beratung aufsuchen oder vor einem beruflichen Neuanfang einen Test machen, in dem Ihre persönlichen Stärken und Schwächen ermittelt werden.