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Neues Jahr, neuer Job

Veröffentlicht am 18.01.2021
Neues Jahr, neuer Job
Unzufriedenheit mit der eigenen Arbeit ist unter Schweizer Angestellten ein weit verbreitetes Problem. Wer sich damit nicht abfinden möchte, sollte deshalb einen Wechsel in Betracht ziehen. Eine gute Vorbereitung ist dabei schon die halbe Miete. 
Gerade am Ende eines Jahres reflektieren wir unser Leben und was daran nicht optimal läuft. Das ist ein wichtiger Prozess und im Idealfall bereits der erste Schritt, um etwas zu ändern. Teil der Selbstreflexion sollte auch die berufliche Situation sein. Immerhin nimmt die Arbeit einen nicht unerheblichen Teil des Lebens in Anspruch. Um sich und den eigenen Ansprüchen an Lebensqualität gerecht zu werden, ist kritisches Hinterfragen wichtig. Laut einer Umfrage unter Angestellten, sind etwa 63 % aller Menschen nicht glücklich mit ihrem Job. Eine alarmierende Zahl, die angesichts der Möglichkeiten auch auf mangelnde Konsequenz zurück zu führen ist. Während Kriterien wie die Bezahlung selten der Grund für die Unzufriedenheit ist, vermissen die meisten einen Sinn ihres Tuns. Denn die Gewissheit, etwas zu bewirken und an positiven Veränderungen beteiligt zu sein, ist im Beruf erfüllender als andere Faktoren. Um das eigene Wohlbefinden zumindest zu steigern, ist deshalb ein Jobwechsel ratsam. Wer sich gut darauf vorbereitet, dem gelingt dieser Schritt sehr viel leichter. 
 
Sachlich angehen 
Auch wenn die Aussicht auf den Traumjob zunächst für Euphorie sorgt, ist ein strategisches Vorgehen wichtig. Preschen Sie also nicht gedankenlos voran, sondern achten Sie auf Sachlichkeit. Ein wichtiges Fundament kann dabei eine Liste darstellen, in der Sie alle Pros und Kontras zum Vorhaben eintragen. Diese Liste erleichtert die Orientierung enorm. Um sich unnötigen Aufwand zu ersparen, prüfen Sie nun, ob Sie das Unternehmen überhaupt verlassen müssen. Möglicherweise gibt es einen Posten in einer anderen Abteilung, der Ihren Vorstellungen besser entspricht. Zur Umsetzung genügt in dem Fall ein Gespräch mit dem Chef, statt sich extern zu bewerben. 
 
Gutes Timing, schlechtes Timing 
In schwerwiegenden Fällen, kann ein Wechsel dringend sein. Falls Sie unter einem besonders schlechten Arbeitsklima leiden oder sogar gemobbt werden, sollte nicht abgewartet werden. Ansonsten empfiehlt es sich, möglichst 18 Monate oder länger bei einem Arbeitgeber durchzuhalten. Kürzere Spannen machen im Lebenslauf meist keinen guten Eindruck, was die Chance auf eine neue Anstellung reduziert. Etwas anders sieht es aus, wenn man sich in der ersten Hälfte seiner beruflichen Laufbahn befindet. Nach etwa drei, spätestens vier Jahren sollte man hier den Arbeitgeber wechseln. Von jungen Angestellten wird üblicherweise eine hohe Flexibilität erwartet und das Sammeln unterschiedlicher Erfahrungen erhöhen Ihre Kompetenzen enorm. Das wiederum steigert Ihre Attraktivität als Bewerber. 
 
Realistische Einschätzung 
Negative Erfahrungen am Arbeitsplatz lassen eine andere Stelle oft positiver erscheinen als sie in Wahrheit ist. Sammeln Sie deshalb alle Informationen, die Ihnen helfen können, ein realistisches Bild vom potentiellen Job zu erhalten und vergleichen Sie die Punkte mit denen, die Sie bislang gestört haben. Ist am neuen Arbeitsplatz tatsächlich mit einer besseren Situation zu rechnen? Falls nicht, lohnt sich der Aufwand kaum und führt zu neuer Frustration. Listen Sie auch auf, was in der Vergangenheit positiv war, um nach genau diesen Kriterien zu suchen. 
 
Fähigkeiten erweitern 
Nicht in jedem Betrieb können die Mitarbeitenden all ihre Kenntnisse und Talente einbringen. Das ist nicht nur enttäuschend, sondern kann auch dazu führen, dass wichtige Fähigkeiten nachlassen. Werden diese im neuen Job benötigt, sollten Sie sie vor der Bewerbung auffrischen. Um seine Chancen auf eine gute Stelle mit interessanten Tätigkeiten noch zu vergrössern, bieten sich ausserdem Fortbildungen und beispielsweise ein Sprachkurs an. Es lohnt sich, dafür noch ein weiteres Jahr mit der beruflichen Umorientierung zu warten. 
 
Quereinstieg ins Glück 
Zu grosser Frustration führt immer wieder die späte Erkenntnis, die falsche Laufbahn eingeschlagen zu haben. Aus Angst um die Sicherheit des Arbeitsplatzes oder um nicht auf einen Grossteil des Gehalts verzichten zu müssen, finden sich viel mit der Situation einfach ab. Viele lange Jahre der Unzufriedenheit sind dadurch vorprogrammiert. Dabei kann gerade der Quereinstieg ein grosses Potential in sich bergen. Viele Unternehmen und Institutionen suchen gerade danach. Denn ein unterschiedlicher beruflicher Hintergrund kann sehr bereichernd für sie sein. Finden Sie auf diesem Wege eine neue, sinnvolle Beschäftigung, sollten Sie nicht länger zögern.