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Kündigungs- und Trennungsgespräche - eine Herausforderung für Führungskräfte

Veröffentlicht am 23.07.2020
Kündigungs- und Trennungsgespräche - eine Herausforderung für Führungskräfte
Kündigungs- und Trennungsgespräche führen ist eine der schwierigsten Aufgaben von Führungskräften. Der Verlauf eines Kündigungsgespräches ist nicht kalkulierbar und maßgeblich abhängig von der Reaktion des Mitarbeiters. Im schlimmsten Fall können bei einem negativen Verlauf Probleme bezüglich der Abwicklung der Trennung entstehen. Welche Vorbereitungen Sie treffen und wie Sie Einfluss nehmen können auf einen positiven Verlauf - wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengefasst.
Die Vorbereitung auf ein Kündigungsgespräch
 
Ebenso wie Sie sich auf Vertragsverhandlungen vorbereiten, sollten Sie sich auch auf ein Kündigungsgespräch vorbereiten - Schritt für Schritt.
 
  • Lassen Sie die Rechtmäßigkeit der Kündigung von einem Juristen prüfen.
  • Informieren Sie sich über den Hintergrund der Kündigung und den ihr zugrunde liegenden Sachverhalt.
  • Machen Sie sich mit den Grunddaten des Mitarbeiters vertraut, mit seinen persönlichen Daten, der Dauer seiner Betriebszugehörigkeit, der Höhe seines aktuellen Einkommens, dem Kündigungsgrund und der Kündigungsfrist.
  • Überlegen Sie sich, wie der Mitarbeiter reagieren könnte, und was Sie dann tun.
 
Das Kündigungsgespräch - eine Anleitung in fünf Schritten

 
Die nachfolgende Anleitung hilft Ihnen, das Kündigungsgespräch zu strukturieren und sich auf alle Eventualitäten einzustellen.
 
1.       Sorgen Sie dafür, dass Sie während des Kündigungsgespräches nicht gestört werden. Ein Kündigungsgespräch ist ein Vier-Augen-Gespräch, sodass die Türe stets geschlossen sein sollte. Führen Sie das Gespräch an einem Schreibtisch. Das stärkt Ihre Position als Führungskraft. Terminieren Sie das Gespräch kurz vor Büroschloss. So hat der Mitarbeiter die Möglichkeit, anschließend nach Hause zu gehen, um sich in Ruhe zu fangen.
 
2.       Kommen Sie rasch zum Kern des Gespräches. Leiten Sie das Kündigungsgespräch mit einem Satz über die aktuelle Konjunktur oder über die Situation des Unternehmens ein. Möglich ist auch ein Verweis auf frühere Arbeitsgespräche mit dem Mitarbeiter, an die Sie anknüpfen können. Dann übermitteln Sie die unangenehme Nachricht.
 
3.       Erläutern Sie die Hintergründe der Kündigung. Erklären Sie, aus welchem Grund die Kündigung erfolgt. Verzichten Sie darauf, sich aus der Verantwortung zu stehlen, indem Sie die Geschäftsleitung für die Kündigung verantwortlich machen. Das würde Ihre Glaubwürdigkeit als Führungskraft untergraben. Bleiben Sie ruhig und sachlich, und lassen Sie sich nicht auf eine Diskussion ein.
 
4.       Halten Sie die Reaktion des gekündigten Mitarbeiters aus. Manche Menschen fangen an zu weinen, andere gehen zum Angriff über und werden aggressiv. Andere wiederum offenbaren Ihre privaten Probleme und äußern Ihre Verzweiflung über die Kündigung. Nur die wenigsten Mitarbeiter bleiben gefasst. Wichtig ist, dass Sie die Situation aushalten und sich nicht in Emotionen verstricken.
 
5.       Besprechen Sie mit dem Mitarbeiter, was nach dem Kündigungsgespräch geschehen soll. Klären Sie mit dem Mitarbeiter, ob noch ein Anspruch auf Resturlaub besteht, oder schlagen Sie ihm eine bezahlte Freistellung vor. Bieten Sie dem Mitarbeiter an, seine Wünsche bei der Formulierung des Arbeitszeugnisses zu berücksichtigen. Oder gestatten Sie ihm, dass er Sie bei Bewerbungen als Referenzperson nennen darf.
 
Ist das Kündigungsgespräch gut gelaufen, dürfen Sie sich selbst beglückwünschen. Denn auch für Führungskräfte ist das Aussprechen einer Kündigung eine sehr unangenehme Situation. Umso besser ist es, wenn Sie ein faires Kündigungsgespräch führen, bei dem der Mitarbeiter die Chance hat, seine Fassung und ein Gesicht zu wahren.