Velomechaniker: «Unser Jobprofil hat sich verändert»

Job-Storys 01. April 2014
Velomechaniker: «Unser Jobprofil hat sich verändert»
Kaum sind die ersten Frühlingstage da, beginnt für viele die Velosaison. Auch bei den Zentralschweizer Velomechanikern herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Genauso wichtig wie die Funktionalität ist den Kunden heute das Erscheinungsbild ihres Velos. Besonders gefragt ist derzeit der Retro-Trend.

Interview: Daniel Schriber
Zef Prelaj*, haben Sie kurz Zeit für ein Interview? 
Prelaj:
Gerne, wenn es nicht zu lange dauert.
 
Viel los im Moment? 
Prelaj: Oh ja. Im Moment herrscht bei uns Hochbetrieb. Sobald es mal einige Tage am Stück warm und schön ist, kommen alle Kunden auf einmal. Auf diesen Ansturm sind wir inzwischen jedoch gut vorbereitet.
 
Mit welchen Wünschen kommen die Leute zu ihnen? 
Prelaj: Viele lassen ihr Velo den ganzen Winter über im Keller. Wenn sie es dann im März rausholen, hat sich oftmals mehr als nur eine Staubschicht angesammelt. Die Luft ist draussen, die Kette knattert, vielleicht funktioniert das Licht nicht mehr. Die meisten Kunden verlangen deshalb einen Rundum-Service.
 
Schaffen Sie es, alle Aufträge zu bewältigen? 
Prelaj: Die Tage sind stressig und lang – aber mir machts Spass. Am Abend weiss man, was man geleistet hat. Das ist ein gutes Gefühl.
 
Wie lange muss ich mich als Kunde gedulden, wenn ich mein Velo vorbeibringe? 
Prelaj: Kleine Arbeiten erledigen wir innerhalb eines Tages. Wer eine grössere Reparatur benötigt, erhält von uns einen Termin. Im Moment beträgt die Wartezeit dafür bis zu einer Woche.
 
Wie lange dauert die Hochbetriebsphase normalerweise?
 
Prelaj: Lange. In den kommenden Wochen stehen noch viele Service-Arbeiten an, vor den Oster- und Sommerferien kommen dann vor allem die Leute bei uns vorbei, die auf der Suche nach einem neuen Velo sind. Ganz klar: Jetzt kommen die strengen Monate. Ruhiger wird es eigentlich erst wieder im Herbst.
 
Welche Velo-Trends zeichnen sich dieses Jahr ab? 
Prelaj: Für viele Kunden ist das Velo nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein cooles Accessoire. Der Retro-Trend ist im Moment sehr gefragt. Velos also, die zwar alt aussehen, aber trotzdem über die neuste Technik verfügen. Und auch Elektrovelos gewinnen weiter an Beliebtheit.
 
Hat das einen Einfluss auf Ihren Arbeitsalltag? 
Prelaj: Das Jobprofil des Velomechanikers hat sich in den letzten Jahren verändert. Heute spielt die Elektronik bereits in der Lehrlingsausbildung eine grosse Rolle. Die jungen Velomechaniker sind heute alle auch Experten für Elektrovelos.
 
*Zef Prelaj ist Werkstattleiter beim Velogeschäft Imgrüth in Luzern.